Gelesen: Der Maler und das Mädchen
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Regensburg im Jahr 1546. Karl V. hat zu einem Reichstag in die freie Reichsstadt gerufen. Vorher sollen Religionsgespräche zwischen den Anhängern Luthers und denen der katholischen Kirche stattfinden. Die protestantische Reichsstadt unterliegt zu dieser Zeit einer Blockade, was das Leben darin unerträglich macht. Als die Religionsgespräche ausfallen, hat der Kaiser Zeit, sich in der Stadt und ihrer Umgebung umzusehen. Ihm fällt die junge Barbara Blomberg auf, eine Bürgerstochter, die dem Charme des alternden Herrschers erliegt und ihm später ein Kind zur Welt bringt.
Während dieser Zeit hat der Magistrat als Geschenk an den Kaiser ein Gemälde bei einem berühmten Meister in Auftrag gegeben, zu dem die bildhübsche Sarina, Barbaras Freundin, Modell stehen soll. Im Haus des exzentrischen Künstlers begegnet Sarina der Liebe ihres Lebens. Doch das Glück ist für die beiden jungen Frauen nicht ungetrübt – es geschehen geheimnisvolle Morde in der Stadt. Barbara und Sarina geraten in den Strudel der Ereignisse und befinden sich unversehens im gefährlichen Brennpunkt eines unglaublichen Komplotts.
Mehr will ich nicht verraten. Wenden wir uns der Kulisse zu. Normalerweise bin ich nicht begeistert, wenn in Romanen allzu viele Straßennamen genannt werden (da sie meist nur den Fleiß des Autors oder der Autorin dokumentieren), aber hier dienen all die Gassen und Plätze, Hofdurchgänge, Straßen und Tore der Veranschaulichung eines Labyrinths, das dem Muster der Handlung entspricht und es unterstreicht. Wir erleben anschaulich das Leben in dieser Stadt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und fühlen uns hineingezogen in dieses äußere wie innere Wirrwarr an Intrigen, Schmutz, Tratsch, Konventionen, Rücksichten, Vorschriften, Sitten und familiären Beziehungen, und Angeline Bauer führt uns sicher hindurch wie Ariadne mit ihrem Wollfaden. Die Handlung ist spannend, mit immer wieder überraschenden Wendungen. Die Autorin hat sorgfältig recherchiert und sich auch mit modernen Quellen auseinandergesetzt, was z.B. ihr Eingehen (im Nachwort) auf Dr. Marita Panzers bekanntes Werk über die historische Figur der Barbara Blomberg beweist.
Ich habe bereits einige Bücher von Angeline Bauer gelesen und auch zwei oder drei davon rezensiert – "Der Maler und das Mädchen" ist bei Weitem ihr bisher schönster und spannendster Roman. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen – es lohnt sich schon, die ganze Nacht dafür zu "opfern".

Angeline Bauer: "Der Maler und das Mädchen", erschienen im Aufbau-Verlag.
Regensburg im Jahr 1546. Karl V. hat zu einem Reichstag in die freie Reichsstadt gerufen. Vorher sollen Religionsgespräche zwischen den Anhängern Luthers und denen der katholischen Kirche stattfinden. Die protestantische Reichsstadt unterliegt zu dieser Zeit einer Blockade, was das Leben darin unerträglich macht. Als die Religionsgespräche ausfallen, hat der Kaiser Zeit, sich in der Stadt und ihrer Umgebung umzusehen. Ihm fällt die junge Barbara Blomberg auf, eine Bürgerstochter, die dem Charme des alternden Herrschers erliegt und ihm später ein Kind zur Welt bringt.
Während dieser Zeit hat der Magistrat als Geschenk an den Kaiser ein Gemälde bei einem berühmten Meister in Auftrag gegeben, zu dem die bildhübsche Sarina, Barbaras Freundin, Modell stehen soll. Im Haus des exzentrischen Künstlers begegnet Sarina der Liebe ihres Lebens. Doch das Glück ist für die beiden jungen Frauen nicht ungetrübt – es geschehen geheimnisvolle Morde in der Stadt. Barbara und Sarina geraten in den Strudel der Ereignisse und befinden sich unversehens im gefährlichen Brennpunkt eines unglaublichen Komplotts.
Mehr will ich nicht verraten. Wenden wir uns der Kulisse zu. Normalerweise bin ich nicht begeistert, wenn in Romanen allzu viele Straßennamen genannt werden (da sie meist nur den Fleiß des Autors oder der Autorin dokumentieren), aber hier dienen all die Gassen und Plätze, Hofdurchgänge, Straßen und Tore der Veranschaulichung eines Labyrinths, das dem Muster der Handlung entspricht und es unterstreicht. Wir erleben anschaulich das Leben in dieser Stadt in der Mitte des 16. Jahrhunderts und fühlen uns hineingezogen in dieses äußere wie innere Wirrwarr an Intrigen, Schmutz, Tratsch, Konventionen, Rücksichten, Vorschriften, Sitten und familiären Beziehungen, und Angeline Bauer führt uns sicher hindurch wie Ariadne mit ihrem Wollfaden. Die Handlung ist spannend, mit immer wieder überraschenden Wendungen. Die Autorin hat sorgfältig recherchiert und sich auch mit modernen Quellen auseinandergesetzt, was z.B. ihr Eingehen (im Nachwort) auf Dr. Marita Panzers bekanntes Werk über die historische Figur der Barbara Blomberg beweist.
Ich habe bereits einige Bücher von Angeline Bauer gelesen und auch zwei oder drei davon rezensiert – "Der Maler und das Mädchen" ist bei Weitem ihr bisher schönster und spannendster Roman. Ich habe das Buch in einem Zug durchgelesen – es lohnt sich schon, die ganze Nacht dafür zu "opfern".

Angeline Bauer: "Der Maler und das Mädchen", erschienen im Aufbau-Verlag.
buecherdidi - 7. Apr, 22:54